Haarwild - Kahlwild

Haarwild

Als Haarwild bezeichnet der Jäger alle dem Jagdrecht unterliegenden Säugetiere. Die Einteilung des Haarwild unterliegt dabei nicht nur zoologischen Kriterien, sondern auch einer systematischen Einteilung unter jagdlichen Gesichtspunkten.

Säugetiere sind Wirbeltiere

Alle Säugetiere sind Wirbeltiere. Es handelt sich um die am höchsten entwickelten Wirbeltiere. Die mit Haaren bedeckte Haut sowie das gebären lebenden Nachwuchses sind die gemeinsamen Merkmale der Säugetiere. Der Name Säugetiere kommt daher, dass der lebende Nachwuchs aus Milchdrüsen der Muttertiere (Säuger, Gesäuge) gesäugt wird. Auch am Gebiss kann man Säugetiere erkennen, dieses ist jedoch je nach Gruppe der Säugetiere unterschiedlich ausgeprägt da es sich an die Ernährungsweise angepasst entwickelt hat. Wiederkäuer haben daher ein anderes Gebiss als Nagetiere oder Raubtiere.

Haarwild hat ein Sommer- und ein Winterkleid

In unserem wechselwarmen Klima in Mitteleuropa bildet das Haarwild jahreszeitlich bedingt ein unterschiedliches Haarkleid aus. Es gibt das Sommerhaar und das Winterhaar. Mit Haar ist dabei nicht das einzelne Haar gemeint, sonder jeweils die gesamte Behaarung des Tieres.

Winterkleid ist länger und dichter

Im Winter ist das Haar deutlich länger und dichter, damit die Körperwärme besser isoliert und am Körper gehalten wird. Auch besitzt das Winterhaar eine Unterwolle unter dem längeren, dickeren Deckhaar.

Verfärbung des Haarkleides

Nicht bei allen Arten, jedoch insbesondere beim Schalenwild, ist mit dem Haarwechsel eine deutliche Veränderung der Färbung verbunden. In der Jägersprache spricht man daher auch von „verfärben“. Der Bock verfärbt, wenn er sein Haarkleid wechselt.

Sommerhaar oder Winterhaar – dem Kürschner ist es nicht egal

Sofern die Decken, Schwarten und Bälge der Säugetiere später verwertet werden sollen, gibt es zwischen Winterhaar und Sommerhaar erhebliche Unterschiede in der Beschaffenheit und Qualität. Bei Schalenwild werden zur Ledergewinnung die Sommerdecken gebraucht. Um einen Pelz aus dem Balg des Raubwildes herzustellen verwendet der Kürschner jedoch den Winterbalg.

Nachwuchs beim Haarwild

Die Jungtiere kann man unterscheiden in Nesthocker oder Nestjunge, die mit unterentwickelten Sinnesorganen und geringer Bewegungsfähigkeit noch längere Zeit von der Mutter in einem Versteck gesäugt und gepflegt werden müssen, bevor sie sich eigenständig bewegen können. Davon zu unterscheiden sind die sogenannten Nestflüchter oder Laufjunge, die bereits mit weit entwickelten Sinnesorganen, Bewegungsfähigkeit und Behaarung kurze Zeit nach der Geburt der Mutter folgen können.

Beispiel für Nestjunge:
Raubtiere, Nagetiere

Beispiel für Laufjunge:
Huftiere, Paarhufer

Haarkleid der Jungtiere oft deutlich anders gefärbt

Das Haarkleid der Jungtiere ist häufig deutlich zu unterscheiden von den erwachsenen Tieren. Besonders beim Schwarzwild sehen die Frischlinge völlig anders aus als die erwachsenen Tiere.

Orientierung und Sinne der Säugetiere

Hoch entwickeltes Sinnesorgan der Säugetiere ist in aller Regel der Geruchssinn, mit diesem wird Nahrung bzw. Beute gefunden sowie die Verständigung mit Artgenossen gewährleistet. Auch Feinde wittert das Haarwild sehr früh. Die Sehfähigkeit hingegen ist häufig unterentwickelt, wohingegen der Gehörsinn durchweg gut ausgeprägt ist bei den Säugetieren. Auch besitzen Säugetiere Duftdrüsen, mit denen insbesondere eine Verständigung mit Artgenossen erfolgen kann. Der Gesichtssinn (Sehfähigkeit) spielt höchstens bei Nagetieren und bei den katzenartigen Raubtieren eine Rolle. Wegen des schlechten Gesichtssinn ist Haarwild oft nachtaktiv, wenn es Störungen am Tag ausgesetzt ist.

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