Jagdschule - Lernen für die Jagd

Jagdschule

In einer Jagdschule werden Anwärter für die Jägerprüfung unterrichtet. Eine Jagdschule bereitet in einem Kompaktkurs den Jagdanwärter auf die Jägerprüfung vor. Die bestandene Jägerprüfung ist Voraussetzung, um später einen Jagdschein lösen zu können, der in Deutschland zur Jagdausübung berechtigt.

Eine Jagdschule ist keine öffentliche Schule

Jagdschulen unterliegen dabei keiner staatlichen Regulierung. Zwar gibt es auch Jagdschulen in denen Berufsjäger und Förster unterrichten. In den meisten Jagdschulen lehren aber Jäger, die keine besondere Prüfung – wie unsere Lehrer an Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen und am Gymnasium – abgelegt haben. Allerdings wird in jüngerer Zeit seitens der Landesjagdverbände teilweise versucht, Gütesiegel auszustellen, um die Qualität von Jagdschulen zu überprüfen und so Qualitätssicherung zu betreiben.

Jägerprüfung ohne Jagdschule?

Jagdschulen unterliegen aber auch deswegen keiner besonderen staatlichen Regulierung, weil die Jägerprüfung eine öffentliche Prüfung ist, an der jeder teilnehmen kann. Ähnlich wie die Führerscheinprüfung ist die Jägerprüfung eine allgemein zugängliche Sachkundeprüfung. Auch wenn manche Bundesländer die Anmeldung zur Jägerprüfung von der Teilnahme an einem Vorbereitungskurs abhängig machen, muss man vorher in keine Jagdschule gegangen sein. In manchen Bundesländern – wie etwa in NRW – kann man sich ohne weitere Voraussetzungen zur Jägerprüfung anmelden. Es reicht aus, die Prüfung am Prüfungstag zu bestehen.

Selbststudium statt Jagdschule

Viele Jagdinteressenten bereiten sich daher außerhalb einer Jagdschule auf die Jägerprüfung vor. Dies kann durch Schulungsunterlagen und Bücher im Selbststudium erfolgen. Hier fehlt es jedoch meistens an der notwendigen praktischen Ausbildung, es sei denn, man hat einen Jäger (am besten mit Revier), der einen an die Hand nehmen kann. Zu bedenken ist nämlich, dass die Jägerprüfung zwar auch aus einem theoretischen Teil besteht, jedoch daneben noch zwei Teile zu bestehen sind, die eine praktische Unterweisung zwingend erforderlich machen. Neben den Schießprüfungen, in denen die Schießfertigkeiten unter Beweis gestellt werden müssen, gibt es noch die mündliche Prüfung. Auch hier werden zum Teil praktische Fähigkeiten abverlangt, die sich nur schwer aus Büchern erlernen lassen.

Vorbereitungslehrgang der örtlichen Kreisjägerschaft statt Jagdschule

Von besonderer Beliebtheit sind daher die Vorbereitungslehrgänge der Kreisjägerschaften. In jedem Landkreis gibt es eine Kreisjägerschaft. Diese bietet in der Regel einen Vorbereitungslehrgang an. Auch dort werden praxiserfahrene Jäger als Ausbilder eingesetzt, daneben oft auch Förster, Rechtsanwälte und jagende Landwirte. Angesichts der fehlenden staatlichen Regulierung schwankt die Qualität der Ausbildung natürlich auch in diesem Bereich sehr stark. Die Kreisjägerschaft hat über ihre Mitglieder prinzipiell alles notwendige Know-How um in der Praxis auf die Jägerprüfung vorzubereiten. Dazu gehört die Vielzahl an Revieren die begangen werden können, viele Wildschlachter, die das Aufbrechen des Wildes zeigen können.

Qualitätssicherung ist Eigeninteresse einer Jagdschule

Allgemein wird man auch sagen können, dass sowohl die Kreisjägerschaft wie auch eine Jagdschule schlussendlich daran interessiert sind, die Schüler möglichst umfassend auf die Jägerprüfung vorzubereiten. Denn wenn aus einem Vorbereitungslehrgang oder aus einer Jagdschulengruppe eine größere Anzahl von Teilnehmern durch die Jägerprüfung fällt, spricht sich dies natürlich sehr schnell herum. Für eine Jagdschule kann das schnell zum Ende führen.

Die Jagd ist die beste Jagdschule

Auch nach der Jägerprüfung lernt der Jungjäger hoffentlich immer weiter dazu. Durch die Jagd selbst. Denn wie überall im Leben gilt auch bei der Jagd: „Wer rastet, der rostet!“ Lebenslanges Lernen gehört auch für gestandene Jäger zur Jagd dazu. Denn selbst wer jede denkbare praktische Erfahrung schon gesammelt hat, muss weiter lernen. Denn oft ändern sich die gesetzlichen Regelungen der Jagd. Wer hier nicht am Ball bleibt, gerät schnell ins Hintertreffen. Im besten Fall bleiben dann neue jagdliche Möglichkeiten ungenutzt. Im schlimmsten Fall sind Gesetzesverstöße auf der Jagd vorprogrammiert.

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