Schwarzwild gehört zum Schalenwild.

Schalenwild

Als Schalenwild bezeichnen Jäger alle Paarhufer, die dem Jagdrecht unterliegen. Paarhufer sind Huftiere mit gespaltenen Hufen (Klauen). Im Unterschied zu Einhufern (z.B. Pferde) haben sie also zwei Zehen. Wir Jäger sprechen jedoch nicht von Hufen oder Klauen, sondern von Schalen. Daher kommt der Begriff Schalenwild zur Bezeichnung der Paarhufer.

Die Ordnung der Paarhufer umfasst die Nichtwiederkäuer (bei uns nur das Schwarzwild, Familie der Schweine) sowie die weiterentwickelten Wiederkäuer.

Zu den Wiederkäuern gehören:

1. die Hirschartigen (Geweihträger, Cerviden). Dazu zählen Rotwild, Damwild, Sikawild, Rehwild sowie der Elch.Bei den hirschartigen Paarhufern wird noch in sogenannte echte Hirsche (Altwelthirsche) sowie in sogenannte Trughirsche (Neuwelthirsche) unterschieden.
2. die Rinderartigen (Hornträger, Boviden) dazu zählen das Gamswild, Steinwild, Muffelwild und der Wisent.

Die Unterscheidung in Geweihträger und Hornträger richtet sich dabei nach den sogenannten Stirnwaffen. Diese sind auch als Jagdtrophäe von erheblicher Bedeutung. Bei den Hirschartigen tragen die männlichen Tiere ein Geweih. Die weiblichen Tiere haben kein Geweih. Das Geweih besteht aus Knochensubstanz und wird jährlich neu gebildet und abgeworfen.

Die Hörner der Rinderartigen sind hingegen aus Horn. Horn ist die gleiche Substanz, aus der auch Zehennägel sind, nämlich Keratin. Hörner wachsen ein Leben lang weiter und werden nicht abgeworfen. Im Gegensatz zu den Geweihträgern haben bei den meisten Arten der Rinderartigen beide Geschlechter Hörner.

Verdauungsapparat der Wiederkäuer

Den Wiederkäuern, und damit auch dem Schalenwild im jagdlichen Sinne, ist der weit entwickelte Verdauungsapparat (Pansen) gemeinsam. Nachdem das Wild seine Äsung in den Pansen (Vorratsmagen) heruntergeschluckt hat, wird die vorverdaute Nahrung anschließend wieder hochgewürgt und wiedergekäut. Durch mehrere Magenabteilungen (Netzmagen, Blättermagen, Labmagen) zieht sich die Verdauung dann längere Zeit hin. Daher benötigen Wiederkäuer ausgiebige Ruhephasen, in denen sie die gefressene Nahrung in Ruhe wiederkäuen können.

Schalenwild ist fast immer Hochwild

Mit Ausnahme des Rehwild zählt das gesamte Schalenwild zum Hochwild. Die althergebrachten Begriffe Hochwild und Niederwild stammen noch aus den Zeiten des Adels. So war die „Hohe Jagd“ auf das Hochwild ausschließlich dem Hochadel vorbehalten. Niederwild durfte auch der gemeine Adel jagen.

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