waidgerecht

Als waidgerecht bezeichnet man die sittliche Einstellung des Jägers

  • zum Tier, indem er die Grundkenntnisse der Jagdausübung beherrscht, dem Wild Qualen und Leid soweit nur  möglich erspart und die Hege und angemessene Erhaltung des Wildes vor den (persönlichen) Jagderfolg voranstellt.
  • zum Jagen, indem er willkürliches Töten unterlässt und seine Beute ordentlich behandelt, den Bestand schont, das jagdliche Kulturgut wahrt und überlieferte Jagdbräuche – sofern noch zeitgemäß – einhält.
  • zum Mitjäger, indem er ihm kameradschaftlich, hilfsbereit und ohen Neid und Mißgunst gegenübersteht und
  • zur Gesellschaft, indem er ihr aufgeschlossen begegnet, wenn es um jagdliche Belange geht.

Man findet ihn auch heute noch an vielen Stellen in den Jagdgesetzen. Die allgemein anerkannten Grundsätze der Waidgerechtigkeit haben im Bundesjagdgesetz z.B. Niederschlag gefunden, da dort geregelt wird dass

  • die Hege die Erhaltung eines artenreichen Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen zum Ziel hat (§ 1 Abs. 2 BJG),
  • auf Schalenwild nicht mit Schrot geschossen werden darf (§ 19 Abs. 1 Nr. 1 BJG),
  • Büchsenpatronen unterhalb einer bestimmten Auftreffenergie bzw. eines bestimmten Kalibers nicht verwandt werden dürfen (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a und b BJG),
  • auf gesundes Wild nicht mit Pistolen oder Revolvern geschossen werden darf (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. d BJG),
  • Schlingen jeder Art, in denen sich Wild fangen kann, nicht aufgestellt werden dürfen (§ 19 Abs. 1 Nr. 8 BJG),
  • Wild nicht vergiftet werden darf und keine vergifteten oder betäubenden Köder verwandt werden dürfen (§ 19 Abs. 1 Nr. 15 BJG),
  • in den Setz- und Brutzeiten bis zum Selbständigwerden der Jungtiere die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere, auch die von Wild ohne Schonzeit, grundsätzlich nicht bejagt werden dürfen (§ 22 Abs. 4 Satz 1 BJG) oder
  • krankgeschossenes Wild unverzüglich zu erlegen ist, um es vor vermeidbaren Schmerzen oder Leiden zu bewahren; gleiches gilt für schwerkrankes Wild, wenn es nicht gesundgepflegt werden kann (§ 22a Abs. 1 BJG).